Wir öffnen Horizonte für die Kinder- und Jugendarbeit
Wenn man in der Kirche spielen darf
Wenn man in der Kirche spielen darf
02.06.2025 | Rubrik: Kids | 2.5 Minuten Lesezeit | Autor: Karin Burgherr
In verschiedenen Freikirchen darf man unter der Woche spielen. Die Räume sind schon kindergerecht eingerichtet, sodass es einer KiTa oder einem Indoor-Spielplatz gleicht. Das ist für Kinder anziehend. Zum einen für den Sonntagmorgen – manche möchten dann gar nicht mehr nach Hause, weil es da so toll ist. Zum anderen haben einige Personen es aufs Herz bekommen, kirchenfernen Kindern ihre Türe zu öffnen, damit sie in ihren Räumen spielen dürfen.  

Wofür machen sie es denn? Damit sie noch mehr zu putzen haben? Damit es kaputte Spielsachen gibt? Um Geld zu verdienen? Natürlich nicht … Sie möchten die Kinder zu Jesus bringen. Ihnen Werte mitgeben wie Respekt und Nächstenliebe. Sie möchten den Kindern von Gottes Liebe erzählen und für sie eine Ansprechperson sein, die Gottes Liebe versprüht. Sie haben die Kinder auf dem Herzen, sodass sie ihre Zeit und ihre Räume dafür investieren.  

Zum einen denke ich da an die Viva Kirche in Grüningen. Sie haben sich überlegt, was in ihrem Dorf an Kinderangeboten noch fehlt. So ist Anna Lea Morf auf die Idee von einem Hort-ähnlichen Angebot gekommen. Die Kinder kommen am Mittwochnachmittag zum Mittagessen, direkt aus der Schule in die Kirche. Bis um 17 Uhr bleiben sie dort und werden von einem Team betreut. Herauszuheben ist hier, dass viele Jung-Senioren dabei sind, welche Zeit und Freude daran haben, beim Programm mitzugestalten. Sie erzählen den Kindern Geschichten aus der Bibel und vertiefen die Hauptaussage mit vielen kreativen Elementen. Ähnlich wie eine Kinderwoche, einfach einmal im Monat mit weniger Kindern. Ihnen ist es sehr wichtig, dass sich die Kinder wertgeschätzt und angenommen fühlen.  

Ein weiteres Angebot gibt es in der Viva Kirche in Romanshorn. Dort sind es die Kinder aus dem Quartier mit vorwiegend moslemischem Hintergrund. Sie freuen sich jedes Mal, wenn sie in der Freikirche spielen dürfen, da sie wirklich sehr tolle Kinderräume und einen Outdoor-Spielplatz haben. Ruth Maag, welche für sie die Türen öffnet, ist für sie eine liebe Ansprechperson geworden. Sie freuen sich auf Ruth, weil da jemand ist, der auf sie wartet. Da es immer mehr Kinder wurden, mussten sie nun ein Alterslimit und ein Limit der Anzahl Kinder festlegen, damit sie nicht überrannt werden. Ihnen ist es wichtig, dass die Kinder respektvoll miteinander und mit den Spielsachen umgehen.  

In der FEG St. Gallen Goldbrunnen findet das openHouse statt. Dies sogar an zwei Nachmittagen in der Woche. Andrea Gadient öffnet hier die Türen für die Kinder aus dem Quartier am Donnerstag und Freitag. Ab 15 Uhr können die Kinder kommen, Zvieri essen, Hausaufgaben machen, Spielen, Basteln und Sport machen. Andrea öffnet aber auch noch eine weitere Tür, sie lädt die Kinder auch ein um gemeinsam zu singen und eine Geschichte aus der Bibel zu hören. So möchte sie auch die Türe der Herzen der Kinder öffnen. Dies ist für die Kinder freiwillig. Sie hat einen Verein gegründet, den findet man unter openhouse-sg.ch 

Ebenfalls einen Verein gibt es in den Räumen der Viva Kirche Kreuzlingen, das Kidsprojekt Arche Kreuzlingen. Seit 15 Jahren investieren sie sich in die Quartierskinder, damit diese nicht alleine zu Hause spielen müssen und sich jemand um sie kümmert. So wurde aus dieser Idee eine ganze Reihe von Angeboten, Ideen und Mitarbeitern. Nebst dem Mittagstisch und der Hausaufgabenhilfe gibt es auch eine Jugend-Arche, Hilfe bei der Lehrstellensuche, eine Spielgruppe, Events wie das KidsFestival, Ferienprogramm, Musical-Woche, Sommercamp. Wer sich von diesem Verein inspirieren lassen möchte: die-arche.ch 

Auch in der Mosaik-Kirche Neftenbach (Viva Kirche) werden die Türen geöffnet. Sie bieten im Winterhalbjahr ein Spielparadies in ihren Kinderräumen an. Dies findet jeweils am Mittwochmorgen statt für Kleinkinder bis zum Kindergartenalter. Sie stellen dazu eine Hüpfburg auf, haben ein Bällebad und dann die Spielsachen wie Bobbycar und Bauklötze etc. Die Begleitpersonen bekommen natürlich einen Kaffee und können sich austauschen.  

So viele tolle Ideen, wie wir mit Kindern (und Eltern) aus Dorf und Quartier in Kontakt kommen und ihnen Nächstenliebe und Gottes Liebe weitergeben können.  

Vielleicht wäre das auch in euren Räumen möglich?  
Vielleicht könnt ihr so mehr Kinder erreichen als an einem Sonntagmorgen.  
Vielleicht könnt ihr auch ein paar Leute motivieren, um miteinander die Kinderräume so richtig toll einzurichten und zu bemalen. Wenn es den Kindern gefällt, gefällt es den Familien. Werdet für eure Kinderfreundlichkeit im Dorf bekannt. 

Bild vom Host

Karin Burgherr

Bereich Kinder

Karin ist verheiratet, lebt im Aargau und ist Mutter von vier Kindern. Sie liebt es zu beobachten, wenn Kinder Glaubens- und Entwicklungs-Schritte machen. Mit Leidenschaft investiert sie sich in den Bereich Kinder bei Young Generation.
Wenn man in der Kirche spielen darf
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