Wir öffnen Horizonte für die Kinder- und Jugendarbeit
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Best Practice

«Best Practice – von der Basis für die Basis» - Unsere neue Serie macht für euch zugänglich, was andere Viva Kirchen im Young Generation Bereich an Neuem ausprobieren und erleben. Die Liste wächst laufend.

Junge Erwachsene
Gemeinsames 20+-Projekt

Unser Projekt entstand eigentlich recht unkonventionell: Wir haben uns regelmässig zum Football schauen getroffen. Diese Treffen wurden immer grösser und wir merkten, wie viel Dynamik und echte Gemeinschaft darin steckt. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass der Fokus stark auf dem Event lag. Unser Wunsch war es, diese bestehende Gemeinschaft zu nutzen, aber Jesus ins Zentrum zu stellen und auch geistlich gemeinsam zu wachsen. Daraus entstand die Idee für Core19.

Core19 soll ein Ort sein, an dem junge Erwachsene ihre Beziehung zu Jesus und zueinander leben und pflegen können. Was Core19 besonders prägt, ist die Atmosphäre. Viele beschreiben es so, dass es sich wie eine grosse Freundesgruppe anfühlt. Gemeinschaft ist nicht nur ein Programmpunkt, sondern die Grundlage von allem.

Inhaltlich arbeiten wir mit zwei Hauptformaten: «Praise» und «Preach».

Im Praise steht die persönliche Gottesbeziehung im Mittelpunkt. Nach einem sehr kurzen Impuls gibt es verschiedene Stationen wie Bibellesen, kreative Elemente wie Handlettering, eine Gebets- oder Dankeswand sowie die Möglichkeit für persönliches Gebet oder Worship. Der Input macht dabei vielleicht 5–10% aus, der Rest ist bewusst gestaltete Zeit mit Gott.

Im Preach gehen wir thematisch tiefer. Hier greifen wir konkrete Themen wie Geld, Politik, Beziehungen oder theologische Fragestellungen auf und laden teilweise auch Gäste ein. Diese Abende bestehen ungefähr zur Hälfte aus Input und zur Hälfte aus Austausch, oft in kleineren Gruppen.

Das Kernteam besteht aus sechs Personen, je drei aus Zug und drei aus Affoltern. Ein besonderes Element ist, dass Core19 jeweils ein halbes Jahr in Zug und ein halbes Jahr in Affoltern stattfindet. Dadurch wird die Zusammenarbeit zwischen den Standorten aktiv gelebt und gestärkt.

Die Abende sind unterschiedlich besucht, bewegen sich aber meist zwischen 25 und 50 jungen Erwachsenen im Alter von etwa 19 bis 26 Jahren. Ein wichtiger Schlüssel liegt für uns auch in der Übertragbarkeit: Wir haben erlebt, wie wertvoll es ist, sich regional zu vernetzen und die Möglichkeiten eines Verbandes zu nutzen. Gerade bei kleineren oder schwächeren Jahrgängen kann es enorm helfen, Kräfte zu bündeln, voneinander zu lernen und gemeinsam etwas aufzubauen, das allein so nicht möglich wäre.

Rückblickend würden wir sagen: Core19 lebt nicht von einem perfekten Konzept, sondern von der Kombination aus echter Gemeinschaft, klarer Ausrichtung auf Jesus und dem Mut, Dinge gemeinsam zu entwickeln und auszuprobieren.

Einladungstour mit dem Velo

Im August 2021 startete meine Anstellung in der seetal chile in Seon. Jedes Jahr gibt es ein Wintercamp zwischen Weihnachten und Neujahr. Dies ist wohl das wichtigste Lager der Jugendarbeit. Aufgrund von Corona konnte das Lager ein Jahr zuvor nicht durchgeführt werden.

Wir haben uns überlegt, wie wir mit unserem Wintercamp nicht nur die erreichen, welche regelmässig unsere Jugendanlässe besuchen, sondern auch solche, welche mal dabei waren und jetzt nicht mehr kommen. So machten wir eine kleine Tour durch die umliegenden Dörfer. Wir «klapperten» die verschiedenen Adressen grösstenteils mit dem Velo ab. Mit im Gepäck hatten wir eine handgeschriebene Einladung fürs Wintercamp und verschiedene Gutscheine – vom Rabatt fürs Wintercamp, über ein Gratisgetränk in der Bar der Jugendarbeit, bis hin zu einer Gratis-Pizza nach dem Gottesdienst. 

Unser Geschenk war vor allem der Aufhänger, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. War jemand nicht zu Hause, versuchten wir es ein zweites Mal. War dann auch niemand da, warfen wir unser Couvert in den Briefkasten. Bei etwa der Hälfte der ca. 20 Leute war jemand da oder wir konnten die Einladung über die Geschwister an sie weiterreichen. Die Reaktion war durchwegs positiv. An einigen Orten wurden wir eingeladen ein bisschen zu bleiben, an anderen Orten erfuhren wir, weshalb diese Person nicht mehr an die Angebote kommt. Insgesamt waren wir ca. 10 Stunden unterwegs.

Die Auswirkungen unseres Besuches waren sehr vielfältig und wirken bis heute nach. Ein paar kamen ins Wintercamp, aber es stellte sich heraus, dass die Kontaktaufnahme das Wichtigste war. Konkret daraus gewachsen sind u.a.

  • Ich durfte ein paar von ihnen in ihrem «Rümli» besuchen. Ein Treffpunkt von verschiedenen, die nicht mehr wirklich in die Kirche kommen.
  • Ausserdem ein monatliches Treffen für ein Mentoring und ein mehrmaliges Treffen mit einem jungen Erwachsenen mit Fokus aufs Zuhören und Zeit verbringen.
  • Ein paar kamen wieder vermehrt an die Jugendanlässe.
  • Eine Begegnung führte schlussendlich zur Anfrage, ob ich die Trauung machen will.

Die Einladungstour war ein Erfolg. Vielleicht weniger, was das Camp anging, sondern vielmehr, dass sich nun die Früchte sehen lassen. Ich kenne diese Jugendlichen nun und ich meine wahrzunehmen, dass viele nun in der Kirche präsenter sind als zuvor. 

Teenies
Spontane «Talk & Taster»-Sessions

Seit ein paar Monaten bieten wir bei uns das Format «Talk & Taste» an. Ein Format für Austausch am Sonntagmorgen für alle 13- bis 18-Jährigen. Für jeden Sonntag ist ein Gemeindeglied eingeteilt, das zuständig ist. Die verantwortliche Person bereitet einen kleinen Raum mit Snacks vor und begrüsst die jungen Menschen vor dem Beginn des Gottesdienstes. Alle bekommen einen A5-Zettel. Nach der Predigt gehen die jungen Menschen mit dem Verantwortlichen aus dem Gottesdienst und tauschen sich bei den gerichteten Snacks auf Sofas über die Predigt aus. Der Zettel hilft bei einem Gesprächseinstieg und ermöglicht so einen niederschwelligen Austausch. Der Name ist inspiriert von Psalm 34,9: «Schmeckt und seht wie freundlich der HERR ist.»

Die Leiter sind etwa einmal im halben Jahr dran und haben wenig Aufwand. Sie haben keine zusätzlichen Sitzungen. Dennoch kommen sie mit der jungen Generation in einen Austausch. So entsteht Beziehung zwischen den Generationen. In diesem Format werden Gemeindeglieder herausgefordert, über ihren Glauben zu sprechen und ihre Sprachfähigkeit zu vertiefen. Ganz nebenbei bekommen wir Pastoren über die Verantwortlichen Feedback, wie unsere Predigten bei den jungen Menschen ankommen.

Was es braucht: Wir mussten unseren Gottesdienstablauf etwas anpassen, damit genügend Zeit nach der Predigt für «Talk & Taste» ist. Konkret bekommen die jungen Menschen daher ausser der Predigt und Begrüssung nur zwei Lieder mit. Und wir versuchen, nicht länger wie 20 Minuten zu predigen.

Wir sind noch in der Testphase, aber die Rückmeldungen reichen momentan von «gut» bis «begeistert» – von Teilnehmern und Verantwortlichen. Darüber freuen wir uns!

Outdoorweekend
«Ein Mal im Jahr planen wir mit unseren Teenies ein Outdoorweekend, bei dem wir raus in die Natur gehen und entdecken, was für Ressourcen vorhanden sind. Dies kann ganz unterschiedlich aussehen, ob in den Bergen eine Trekkingtour mit Kartenkunde oder dann in einem Waldstück ein eigenes Camp aufbauen mit Materialien, die die Natur hergibt. Wichtig dabei ist immer, dass die Aktionen von einem erfahrenen Leitenden angeleitet wird, der auch ein Erfahrungsschatz in der Erlebnispädagogik hat. Wir wollen die Jugendlichen darin unterstützen, über den eigenen Horizont zu denken, mutig zu sein, Neues zu wagen und in der «wilden Natur» zu entdecken, wie wichtig der Gruppenzusammenhalt wird. Selbständig kochen, Menüs zusammenstellen, Routen bestimmten, Ziele raussuchen und mit dem Wetter umgehen... all dies gehört zu einem coolen Outdoorweekend dazu. Aus Erfahrung können wir mittlerweile auch sagen, dass es gar nicht immer sehr grosse Anleitung des Leitungsteams braucht, sondern mehr bewusste Führung und klare Aufgabenstellungen, denn der Rest macht die Gruppe dann von alleine.»
Die eigenen Lebensgeschichten erzählen

Als ich noch in Rümlang arbeitete, haben wir immer wieder Menschen eingeladen, die ihre Lebensgeschichte mit Jesus erzählten. Entweder waren es bekannte Persönlichkeiten oder Menschen die einen «krassen Lebenswandel» erlebten. Die Geschichten hatten meist einen ähnlichen Aufbau:  Zuerst war alles schrecklich (Drogen, Minderwertigkeit, etc.), dann haben sie zu Jesus gefunden und jetzt ist gut.

Unser Fazit zu diesen Geschichten, die Teenies fanden es zwar spannend, hatten aber selbst wenig Anknüpfungspunkte zu ihrem Leben, da sie meist nicht so ein einschneidendes Erlebnis in ihrem Leben hatten. So kamen wir auf die Idee, dass wir als Leiterteam stattdessen die Teenies an unseren Leben Anteil haben. Dabei sind uns folgende Punkte wichtig geworden: 

  • Die Teenies lernen uns besser kennen und sie trauen sich eher Fragen zu stellen, weil eine gewisse Vertrautheit schon besteht und vertieft wird.  
  • Sie merken, dass wir ähnliche Probleme (gehabt) haben wie sie und nehmen Anteil, wie wir uns diesen Herausforderungen uns gestellt haben.
  • Dies eröffnet gute Möglichkeiten für interessierte und seelsorgerliche Gespräche. 
  • Die Teenies merken, dass wir auch nicht einfach nur ein einfaches Leben gehabt haben, sondern auch immer mit Schwierigkeiten konfrontiert waren. Manchmal haben wir eher die Tendenz in Inputs zu erzählen, wie gut unser Leben ist und was uns alles gelingt. 

In Zürich habe ich das auch eingeführt, indem ich zuerst meine Lebensgeschichte erzählt  und im Verlauf des Jahres auch die anderen Leitenden ihre Lebensgeschichte geteilt haben. Diese Abende waren tendenziell besser besucht, als normale Teens-Abende. 

Auch für uns als Team, waren dieses Leben teilen ein wichtiger Schlüssel, dass wir uns besser kennenlernten und auch gewisse Handlungen von uns erklär machten. Verschiedene Alltagsprobleme wurden in den einzelnen Geschichten angesprochen, z.B.: Mobbing in der Schule, Minderwertigkeitsgefühle, Leistungsdruck, Suizidgedanken, geschiedene Eltern, psychische Krankheiten von Eltern oder eigene, Single sein, Paar-Beziehung finden, Umziehen an einen neuen Ort, Berufswahl, Glaubensthemen kamen natürlich auch zur Sprache: Bekehrung, Taufe, Kirche finden, als Christ aufwachsen und den Glauben leben, etc.  Vieles Dinge, welche auch die Teens und Jugendlichen beschäftigen, die selbst nicht diese «krassen» Geschichten haben.

Teenie-Kleingruppen

Vor einem halben Jahr haben wir begonnen, unseren «Konf-Unti» anders zu gestalten. Geblieben ist der klassische Follow Me am Sonntagmorgen mit dem Fokus auf Lehre. Unser zweites Gefäss haben wir aber radikal umstrukturiert. Statt der Samstag-Morgen-Module haben wir Kleingruppen von 3-5 Teenagern gestartet, die von einer Leiterin oder einem Leiter im Glauben gefördert werden. Mit unserem bisherigen Ansatz konnten die Teens zwar am Ende auf die richtigen Fragen die richtigen Antworten geben, doch nur wenig davon hat den Weg in den Alltag gefunden.

Darum ist unser neues primäres Ziel, echte, tiefe Beziehungen zu schaffen. Die geistliche Entwicklung hängt mehr am Vor- und Mitleben des Leiters als an einem ausgefeilten Lehrplan. Wer nah am Leben der Teens dran ist, kann viel besser auf die aktuellen Fragen und Probleme eingehen als jemand, der einfach einem Plan folgt. Die Beziehung zu gleichaltrigen Gleichgesinnten und zu reifen Vorbildern ist es, was Teens in einen lebendigen Glauben führt. Da wir hier an Beziehungen bauen und nicht Lektionen abarbeiten, gibt es auch kein festes Enddatum für diese Kleingruppen.

Wenn unsere Teens 16 Jahre alt werden, wollen wir sie wie bisher in einem Gottesdienst segnen und ihnen geistliche Mündigkeit zusprechen. Doch die Kleingruppen sollen danach noch mindestens ein halbes Jahr weiterlaufen.

Kleinkinder
Hüeti-Ablauf mit Bildern

In der Hüeti hatten wir oft das Problem, dass die Kinder nach einer halben Stunde oft Heimweh nach ihren Eltern hatten. Weil für diese Altersgruppe Zeit nicht wirklich fassbar ist, haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir den Kindern helfen könnten, die Hüetizeit besser zu strukturieren und ihnen Sicherheit zu geben, dass die Eltern sie wieder abholen werden. Unser Glück ist, dass wir eine Fachfrau Betreuung im Hüeti-Team haben, welche lange Zeit in einer KiTa gearbeitet hat. Ihre Idee war, dass wir einen Ablauf mit Bildern gestalten, damit die Kleinsten nachvollziehen können, wann die Eltern wiederkommen. Dieser hängt im Hüetiraum und die Kinder können sich immer wieder daran orientieren. Folgende Bilder haben wir verwendet: Kreis, Singen, Büechli, Spiel, Znüni-, nochmals Spiel und zum Schluss ein Bild mit Erwachsenen, die ein Kind umarmen.

Wir starten jeweils im Kreis, begrüssen alle und singen dann ein paar Lieder. Danach erzählen wir eine kurze Geschichte (2-3 Minuten) oder sprechen über ein Thema. Da eignen sich die Kirchenhochfeste, Jahreszeiten, Tiere, Geburtstag, kurze Bibelgeschichten usw. Nach diesem gemeinsamen Teil können die Kinder wählen, was sie gerne spielen möchten (Lego, Puppenhaus, Büechli-Ecke, Gumpi-Zimmer usw.) Dann spielen sie dort einige Zeit, können aber auch wechseln, je nach Lust und Laune. Sobald wir merkten, dass eine erste Spielmüdigkeit aufkommt, machen wir eine kleine Znünipause. Danach wählen sie nochmals ein Spiel oder es ergibt sich ein spontanes Gruppenspiel, wie z.B. wir springen den Flur hin und her. Je nach Zeit fügen wir dann noch ein weiteres Element hinzu wie malen oder kneten bis der Gottesdienst zu Ende ist und die Eltern ihre Kinder abholen kommen. Dieser Ablauf sowie die Bilder haben viel Entspannung in unsere Hüeti gebracht. Es gibt den Kindern Sicherheit. Immer wieder beobachte ich Kinder, welche den Bilderablauf studieren und kommentieren, was schon erledigt ist und was noch kommt, bis ihre Eltern sie wieder abholen.

Kids
Der Abenteuerkoffer

«Mama, ich freue mich schon wieder auf den Gottesdienst. Ich möchte unbedingt hingehen». Genauso wünschen wir es uns für die KidsTreff-Kids! Der Sonntagmorgen soll ein Highlight der Woche sein – auch für die Kinder. Damit sie sich willkommen fühlen und gerne kommen, setzen wir auf den Abenteuerkoffer:

Die Kinder starten gemeinsam mit den Erwachsenen in den Gottesdienst und bleiben für die ersten 15 Minuten dabei. In dieser Anfangszeit wird der Abenteuerkoffer auf die Bühne gebracht – ein Überraschungsmoment, gestaltet von einem Teammitglied aus einem der Kinderangebote wie Jungschi, KidsTreff oder dem Mittagstisch Vivana.

Der Koffer ist immer anders gefüllt: Manchmal gibt er einen ersten Hinweis aufs KidsTreff-Thema, ein anderes Mal macht er neugierig auf das bevorstehende Pfingstlager oder kündigt ein besonderes Angebot an. Der Inhalt kann ganz praktisch sein – ein Gegenstand, ein Rätsel, ein Spiel, ein kurzer Dialog oder ein Sketch. Wichtig ist: Die Kinder dürfen nach vorne kommen, den Koffer öffnen und den Inhalt gemeinsam entdecken, mitmachen und staunen.

Danach werden sie in ihr Programm verabschiedet. Der gemeinsame Start mit den Eltern hilft besonders schüchternen Kindern beim Ankommen und macht deutlich: Der Gottesdienst ist auch für sie da. Sie werden sichtbar, wahrgenommen und eingebunden – und freuen sich schon aufs nächste Mal.

Glaube in der Turnhalle

Einmal im Monat treffen sich die Kinder der Viva Kirche Gränichen während des Gottesdienstes in der Turnhalle. Nach einem kurzen, kindgerechten Input zu einem christlichen Thema wird gemeinsam gespielt, gerannt und gelacht. Die Turnhalle wird dabei zum Ort voller Energie, Freude und Gemeinschaft.

Unsere Erfahrung zeigt: Kinder lieben Bewegung – und sie brauchen sie auch. In der Schule sitzen sie viel, umso mehr geniessen sie es, sich bei uns so richtig auszutoben. Die Kombination aus geistlichem Impuls und sportlicher Aktivität hat sich als echter Volltreffer erwiesen.

Besonders schön: Auch Eltern, insbesondere einige Väter, engagieren sich als Helfer und machen begeistert mit. So ist eine lebendige Community entstanden, in der Glauben und Gemeinschaft Hand in Hand gehen.

Ab und zu bringen Kinder auch Freundinnen und Freunde mit, die sonst keinen Bezug zum Glauben haben – und genau das macht dieses Angebot so wertvoll. Es ist ein offener, fröhlicher Raum, in dem christliche Werte auf natürliche Weise weitergegeben werden und Beziehungen wachsen dürfen.

Indoorspielplatz

Vor acht Jahren hat Debora Moser von der Mosaik Kirche Neftenbach einen Indoorspielplatz für Kinder bis zum Kindergartenalter und deren Eltern gestartet. Ihr war aufgefallen, dass es in der Winterzeit kaum Begegnungsmöglichkeiten für Eltern mit ihren kleinen Kindern gibt. Zugleich stehen die Räumlichkeiten der Kirche unter der Woche oft leer. So hat sie mit einer Freundin zusammen das Konzept vom Spielparadies entworfen. Für zwei Vormittage in der Woche wird mit viel personellem Aufwand im UG der Mosaik Kirche der Indoorspielplatz aufgebaut mit Hüpfburg, Bällebad, Riesenlego, Bobbycar und Kinder Töffs, mit denen die Kleinen herumflitzen können und einiges mehr. Für die erwachsenen Eltern oder Grosseltern gibt es ein Kaffee Eck und Snacks. Das Angebot in der Zeit nach den Herbst- bis zu den Frühlingsferien hat sich über einige Jahre hinweg in Neftenbach etabliert. Die Leute im Dorf schätzen es und kommen so in Kontakt mit der Mosaik Kirche und einigen der Familien und Mitarbeitern. Phasenweise hat jemand aus dem Team alle zwei Wochen eine kurze biblische Geschichte erzählt. Sonst gibt es keinen geistlichen Input. Der Fokus liegt auf Begegnung und den Menschen dienen mit dem Angebot. 
In Stammheim hat Helen Ott mit einem Team die gleichen Erfahrungen gemacht. Sie übernahm das Konzept vom Spielparadies in Neftenbach und hat diesen Herbst mit dem Indoorspielplatz in den Räumlichkeiten der Chrischona Stammheim gestartet. Auch dort erleben sie, dass viele Eltern und Grosseltern aus dem Dorf das Angebot gerne annehmen und durch diesen neuen Begegnungsort in Kontakt mit der Chrischona kommen. 

Preteens
Vorbereitung– und Einsatzsonntage
Ganz nach der Kernwahrheit «Gott hat mich begabt» möchten wir den Preteens nicht nur vermitteln, dass sie Talente haben – sie sollen es selbst erleben. Deshalb haben wir in der Fabrik Chile Vorbereitungs– und Einsatzsonntage eingeführt.

Wir führen diese Vorbereitungs– und Einsatzsonntage zweimal pro Semester durch. Ab nächstem Jahr wollen wir sie auf alle Sonntagsdienste ausweiten.

Vorbereitungssonntag: Entdecken, Vertiefen, Vorbereiten

Am Vorbereitungssonntag tauchen die Preteens gemeinsam in den Bibeltext vom nächsten Kinderprogramm ein. Wir lesen ihn zusammen, diskutieren in Gruppen und fragen im Gebet den Heiligen Geist nach seinem Willen.

Da das Kinderprogramm aus verschiedenen Elementen besteht (z. B. Ankommensspiel, Worship, Geschichte, Vertiefung, Kleingruppen, Kreatives), wählen die Preteens anschliessend, wo sie gerne mitarbeiten möchten. So entstehen verschiedene Interessensgruppen, in denen sie die jeweiligen Elemente vorbereiten. Dabei unterstützen wir Leitende mit kurzen Anleitungen, klären Rahmenbedingungen und helfen bei der Umsetzung. Immer wieder beeindruckt uns, wie viele kreative Ideen entstehen und mit welcher Begeisterung die Preteens diese umsetzen. Am Ende des Vorbereitungssonntags wird in jeder Gruppe festgehalten, wer am nächsten Sonntag dabei sein wird, um das vorbereitete Element durchzuführen. Das stärkt ihre Verbindlichkeit und Teamfähigkeit.

Einsatzsonntag: Verantwortung übernehmen

Am Einsatzsonntag sind die Preteens etwas früher vor Ort, damit sie ihre Elemente bereitstellen können. Nach einer kurzen gemeinsamen Besprechung geht es los. Wir Leitenden geben den Preteens so viel Verantwortung wie möglich, bleiben aber unterstützend an ihrer Seite. Immer wieder entstehen dabei vielseitige und kreative Beiträge: Einstiegsspiele, Theaterstücke, kreative Formen des Geschichtenerzählens, Vertiefungsspiele, thematisch passende Znünis und Bastelarbeiten.

Zum Abschluss gibt es jeweils eine kurze Feedbackrunde. Zuerst erzählen jene Preteens, die etwas durchgeführt haben, wie es ihnen ging. Danach geben die anderen Rückmeldungen. Diese Momente sind wertvoll, um die Preteens in ihrer Entwicklung als junge Leiterinnen und Leiter zu fördern. Diesen Moment nutzen wir auch, um kurze Leiterimpulse weiterzugeben.

Auch die Kinder aus dem Programm lieben diese Einsatzsonntage. Sie schauen zu den Preteens auf und können es kaum erwarten, später selbst einmal mitzugestalten.

Jugendliche
Gottesdienst von Jungen für alle

Im April 2018 starteten wir in der Viva Kirche Glattfelden mit einem neuen Gottesdienst-Format namens «WEARECHURCH - mir sind Chile». Unsere Vision: Einmal im Monat ein Gottesdienst zu gestalten, bei dem sich ausschliesslich Junge in den verschiedenen Bereichen einbringen und in ihren Begabungen gefördert werden. Alle Generationen der Gemeinde sollen sich begegnen und zusammen Gottesdienst feiern können. Wir haben uns damals bewusst für dieses Format entschieden, weil wir glauben, dass die klassischen Jugendgottesdienste zwar eine gute Ergänzung zu den Gemeindegottesdiensten am Sonntagmorgen sind, jedoch nicht automatisch den Bezug seitens Jugendlichen zur Gesamtgemeinde schaffen. Da der Sonntagmorgen bei uns der zentrale Treffpunkt der Gemeinde ist, ist die Chance aus unserer Sicht am grössten, wenn sich dort Jung und Alt begegnen und Beziehungen zueinander aufbauen können.

Damit zusätzlicher Raum für Begegnung entstehen kann, haben wir nach jedem Gottesdienst ein Mittagessen oder etwas Kulinarisches eingeplant. Dadurch entstanden auch wertvolle Gespräche unter den Generationen. Unser Wunsch war es zudem, dass wir im Gottesdienstbereich ein weiteres Standbein der Jugendarbeit aufbauen können, das zugleich die anderen Angebote in der Jugendarbeit ergänzt. Die Akzeptanz Neues auszuprobieren und einen zeitgemässen Gottesdienst zu gestalten war durch dieses integrierte Format von Anfang an mehrheitlich da und wir durften mit Kreativität und Ideen zeigen, dass Gottesdienst vielfältig gestaltet werden kann.

Nun nach 5 Jahren spüren wir einen vermehrten Bezug zur Gemeinde seitens der Jugendlichen und Teens. Dieses Gottesdienst-Format wird sehr geschätzt und hat das Potential, dass noch mehr daraus entstehen kann. Durch die Förderung einzelner Jugendlichen in ihren Begabungen an WEARECHURCH durfte eine Multiplikation in die Gemeinde hinein entstehen, sodass sich einzelne Jugendliche nun auch in anderen Gottesdiensten am Sonntagmorgen einbringen möchten. Dazu hat sicher auch beigetragen, dass wir bei WAC dieselbe Struktur der anderen Gottesdienste übernommen haben (Gottesdienstteams und Ort). Probeweise haben wir den Gottesdienst um 10.00 Uhr abgehalten, was irgendwann zur Folge hatte, dass auch die anderen Gottesdienste am Morgen auf 10Uhr angepasst wurden. WEARECHURCH durfte da und dort als Inspiration für die Gestaltung der anderen Gottesdienste dienen. Wir finden dieses Format genial, weil es in vielen Gemeindekontexten umsetzbar ist und individuell gestaltet werden kann.

Familie
Bibelübergabe an 2. Klässler

Seit einigen Jahren haben wir einen Familiengottesdienst mit Bibelübergabe an alle Zweitklässler. Im Vorfeld dürfen die Zweitklässler ihr gewünschtes Bibelcover auswählen und die Eltern sind eingeladen für ihr Kind eine Widmung zu schreiben. Diese Widmung wird in die Bibel geklebt. Die Bibel wird im Familiengottesdienst von der Gemeindeleitung oder einer KidsTreff-Leiterin mit einigen persönlichen Worten und einem Segensgebet überreicht. Wir betonen: «Diese Bibel ist ein gemeinsames Geschenk deiner Eltern und deiner Kirche, gemeinsam wollen wir für dich da sein und mit dir den Glauben entdecken. Jetzt bist du über ein Jahr in der Schule und hast bereits viel gelernt – z.B. zu lesen. Heute schenken wir dir diese Bibel. Ja, vielleicht ist dieses Buch etwas dick und die Buchstaben klein – und doch, wir trauen es dir zu, dass du jetzt dieses so wichtige Buch lesen kannst. Am besten machst du deinen Lesestart gemeinsam mit deiner Mutter oder deinem Vater und vielleicht bestellt ihr euch die Bibellesehilfe dazu.» Immer wieder erleben wir, wie Zweitklässler nach diesem Festgottesdienst begeistert anfangen in ihrer Bibel zu lesen. Auch Jahre später zeigen viele Kinder mit Stolz ihre Bibel und die Widmung der Eltern.

In diesem Jahr haben wir zu diesem Gottesdienst Nadine Hartmann und Tobias Bendig vom Team Young Generation eingeladen. Sie haben den Gottesdienst sehr abwechslungsreich zum Thema «Kernwahrheiten des Glaubens» gestaltet. Im Anschluss haben sich verschiedene wertvolle Gespräche ergeben.

Family Workout in der Fabrik Reigoldswil

Im Januar 2023 hatten wir die Gelegenheit, ein altes Gebäude im Nachbardorf Reigoldswil zu mieten. Uns ist aufgefallen, dass andere Kirchen bis anhin das Angebot `Workout` nicht nutzen und so packte uns der Pioniergeist, so was auszuprobieren. Anfang 2024 fragten wir eine junge sportliche Frau der Gemeinde für das Family-Workout an. Seither leitet sie jeden Montagabend um 19.00 Uhr die halbstündige Workout-Session. Was mit Einzelnen begann, ist nun eine Gruppe von etwa 12 Person. Schon einzelne Personen aus der Nachbarschaft haben angefangen mit zu Turnen.  

Wie viele Menschen sind zu Hause auf ihrer Matte und machen alleine ein Workout? Oder wie viele Leute haben keine Lust, Zeit oder Geld für ein Fitness-Abo? Wir wollten dieses Home-Workout ein wenig umwandeln und haben das Family-Workout gestartet. Dabei zeigen wir ein Workout aus dem Internet über unseren grossen Bildschirm. Obwohl jeder einzeln das Workout auf seiner Matte macht, gibt es eine Gruppendynamik, die einander ermutigt, durchzuhalten und weiterzumachen. Wie gesagt ist es ein Family-Workout, d.h. alle Altersgruppen sind willkommen. Eltern können ihre Kinder mitnehmen, die dann entweder Mitturnen oder in der Spielecke ihre Zeit verbringen. Auch ältere Personen sind dabei, um fit zu bleiben. Mit den grossen Altersunterschieden der Teilnehmer ist Spass und Lachen jedes Mal garantiert. Alle Workouts sind von der Leiterin begleitet, welche alle Übungen auch vereinfacht zeigt, damit wirklich jeder mitturnen kann. Wir haben festgestellt, dass nicht nur nach ausser der Gemeinde Kontakte geknüpft werden, sondern auch in der Gemeinde sich Menschen kennenlernen, die sonst nicht viel miteinander zu tun haben. Wir hoffen in der Zukunft noch mehr Menschen zu erreichen, da dieses Projekt erst in den Startlöchern steht.  

Liedauswahl von zuhause mitbestimmen lassen
Im Kids Treff in Schöftland fragen sie jeweils die Eltern, ob sie bei der Liederauswahl mithelfen können. So können die Kinder am Sonntagmorgen diejenigen Lieder singen, welche sie auch zu Hause hören und können fröhlich mittanzen. Eine gute Idee, die Eltern so miteinzubeziehen.
Eigener Gottesdienst mit Eltern und Kindern
Das Kids Treff - Team der Kirche im Rebgarten, Romanshorn hat das Anliegen, Eltern zu unterstützen, mit ihren Kindern Glaubenserlebnisse im Alltag zu machen. Folgende Idee haben sie umgesetzt. An einem Sonntag wurden alle Eltern parallel zum Gottesdienst in den Kids Treff eingeladen. Nach einer gemeinsamen Kinderworship Zeit wurden sie ermutigt, die viele Zeit, die sie mit ihren Kindern unter der Woche haben, aktiv zu nutzen. Konkret wurde ihnen die Bedeutung vom Bibel lesen mit den Kindern bewusst gemacht. Um es gerade praktisch zu machen, konnten die Eltern eine Kinderbibel kaufen oder es wurde die eigene Kinderbibel von ihrem Sohn, ihrer Tochter mitgebracht. Die Eltern durften dann eine Widmung reinschreiben, einen Bibelvers, den sie ihnen zusprechen wollen oder eine besondere Ermutigung. Im Anschluss wurde die Bibel in einem feierlichen Akt den Kindern überreicht und die Eltern & Kinder von den Leitern gesegnet. Die Eltern erklärten dann ihren Kindern, was sie reingeschrieben haben, oder erzählten von Erlebnissen, die sie in ihrem Leben mit der Bibel gemacht hatten. Im Anschluss blieben die Eltern noch zum Kaffee zusammen. Das Kaffee Eck ist bewusst im Kids Treff Raum integriert und lädt für Gespräche mit den anderen Eltern oder den Leitern ein, was an den Sonntagen auch immer wieder genutzt wird. 
Young Generation
Wunschliste für Kinderhüeti
Möchtest du deine Kinderräume auffrischen, neue Spielzeuge kaufen, Bilder an die Wand malen - hast aber kein Budget? Die Kinderhüeti der Viva Kirche Liestal hatte eine gute Idee, um ihren neuen Raum einzurichten. Sie haben einen Wunschzettel erstellt, mit Foto und Preis der Wunschobjekte und diese dann an einem Sonntag auf einem Tisch ausgestellt. Die Gottesdienstbesucher konnten dann etwas auswählen, wenn sie wollten, dies mit dem Betrag in ein Couvert stecken und abgeben. So konnten sie sich ganz viele tolle Sachen kaufen.
Ein Herz für die junge Generation

Die Viva Kirche Wehntal steht vor einer herausfordernden, aber auch spannenden Phase: Der Pastor wird in etwas mehr als einem Jahr pensioniert, und die Gemeinde sieht sich mit einer Altersstruktur konfrontiert, die kaum noch Familien mit Kindern umfasst. Doch anstatt zu resignieren, haben sie einen mutigen Weg eingeschlagen.

Nach einer internen «Zukunftskonferenz» wurde das Motto «Ein Herz für Kinder» als Leitgedanke festgelegt. Erste konkrete Schritte zeigen, wie dieser Fokus in der Gemeinde umgesetzt wird:

  • Zugehen auf Kinder und Teenies: Beim Kirchenkaffee wird gezielt Begegnung und Gespräch gesucht, um Beziehungen zu stärken.
  • Gemeinsamer Gottesdienststart: Kinder und Erwachsene starten gemeinsam, um die Verbindung zwischen den Generationen zu fördern.
  • Einladender Raum für die Young Generation: Nach dem Gottesdienst sollen Kinder und Teenies einen Ort haben, an dem sie gerne verweilen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Wiederbelebung der Kinderwoche im Herbst 2025, verbunden mit Anschlusslösungen: auf diese Weise sollen neue Beziehungen zwischen Familien und Kirche nachhaltig wachsen können. Die Viva Kirche Wehntal versucht – auch in herausfordernden Zeiten - kleine, mutige Schritte zu tun und den Fokus auf nächste Generationen konkret zu fördern. Damit soll Hoffnung geweckt und eine neue Perspektive eröffnet werden.

Ehrenamtliches Strategieteam
Amriswil hat sich entschieden, die strategische Entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit von einem einzelnen Ressortleitenden zu einem ehrenamtlichen Team zu erweitern. Mit einer zeitweise hohen Frequenz von einmal im Monat trifft sich nun seit etwa 3 Jahren ein Team von 3-5 Personen zu diesem Zweck. Das vorgegebene Aufgabe zu Beginn war, zu prüfen, ob eine Anstellung im Kinderbereich Sinn machen könnte. Dies geschah dann zwei Jahre später tatsächlich. Seither ist dieses Team der Kinderpastorin zur Seite gestellt und entwickelt mit ihr die Bereiche Kinder und Jugend weiter. Spannenderweise setzt sich das Team nicht aus den Hauptleitenden zusammen, sondern aus Gemeindegliedern, die ein grosses Herz für die junge Generation mitbringen und auch die zeitlichen Ressourcen für diese Aufgabe. Das Strategieteam hat so die Möglichkeit, die Hauptleitende zu entlasten und neue Dinge auszuprobieren, die sonst von den Ressourcen nicht möglich wären.
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